Seitenhierarchie
Zum Ende der Metadaten springen
Zum Anfang der Metadaten

Das PICA-Format ist das interne Datenformat zur Katalogisierung im GBV. Genaugenommen handelt es sich um zwei Formate, die gemeinsam definiert sind und jeweils ineinander umgewandelt werden können:

  • Das Pica3-Format ist das Format, in dem Datensätze bei der Katalogisierung bearbeitet werden
  • Das PICA+ Format ist das interne Datenbankformat, in dem Datensätze gespeichert werden

Die einzelnen Datenfelder („Kategorien“) werden in Pica3 durch vierstellige Nummern und in PICA+ durch vier oder siebenstellige Codes identifiziert. Teilweise entspricht ein Pica3-Feld einem PICA+ Feld, es gibt aber auch komplexere Entsprechungen. Innerhalb einer Kategorie sind Teilfelder in Pica3 durch Sonderzeichen und in PICA+ durch sortierte Unterfelder strukturiert. Teilweise können PICA+ Unterfelder zusätzlich weiteres Markup enthalten (wie im Code4Lib-Artikel Interpreting MARC (2010) für das verwandte MARC-Format ausgeführt, sind bibliografische Datenformate nicht als rein hierarchische Strukturen sondern eher als Markup aufzufassen, da häufig Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Feldern auftreten und die Reihenfolge der Felder relevant ist).

Die Bedeutung einzelner PICA-Felder und Unterfeld-Strukturen ist nicht universell sondern durch die jeweiligen Katalogisierungsregeln festgelegt.

Beispiel

Die Pica3-Kategorie 0430 entspricht dem PICA+-Feld 033A. In der entsprechenden Katalogisierungsrichtlinie des GBV ist die Anwendung mit Beispielen erläutert. In diesem Fall kann das Feld mehrfach auftreten (Wiederholfeld) und ist in zwei Unterfelder unterteilt (das Zeichen "¬" steht hier für das Leerzeichen):

SteuerzeichenPICA+ UnterfeldSteuerzeichen bei WiederholungInhalt

$p¬;¬Ort
¬:¬$n¬;¬Verlag

Zusätzlich die Teilfelder Kommentare wie z.B. "[u.a.]" enthalten. Hier einige Beispiele:

Pica3PICA+
0430 Berlin ; New York, NY : de Gruyter033A $pBerlin$pNew York, NY$nde Gruyter
0430 [s.l.] : Campus Verlag GmbH033A $p[s.l.]$nCampus Verlag GmbH
0430 Frankfurt/M. [u.a.] : Peters033A $pFrankfurt/M. [u.a.]$nPeters

Verwendung und Dokumentation

Das PICA-Format ist Ziel- und Ausgangsformat für Konvertierungen („Konkordanzen“, „Mappings“ etc.) von bibliografischen Daten vom und für den GBV. Intern werden dazu zahlreiche Skripte in der systemeigenen Skriptsprache FCV verwendet.

Die offizielle Dokumentation des GBV PICA-Format ist die umfangreiche Katalogisierungsrichtlinie für den Gemeinsamen Bibliotheksverbund. Mit der Umstellung auf RDA und der Zusammenführung der Kataloge mit dem BSZ gibt es neue Katalogisierungsrichtlinien. Mitunter gibt es auch zwischen einzelnen Datenbanken im GBV verschiedenen Interpretationen oder sogar innerhalb einer Datenbank. Es gibt aber Bestrebungen zwischen den PICA-Anwendern (GBV, BSZ, DNB, Hebis...) die Feldbedeutungen einheitlich zu halten.

Zur automatischen Bereitstellung und Verarbeitung von PICA-Daten werden von der Verbundzentrale des GBV unter anderem die SRU-Schnittstellen und unAPI angeboten. Zur Programmierung gibt es neben den PICA-eigenen C-Routinen unter anderem die Perl-Programmbibliothek PICA::Data.


Weiterführende Informationen

  • Keine Stichwörter