Das vorliegende Glossar soll einen Überblick über die wesentlichen Grundbegriffe des Themenkomplex Linked Data geben. Es steht unter der Lizenz zur Verfügung (Hauptautor: Jakob Voß)
Allgemeines
Linked Data basiert auf der Bereitstellung von RDF-Daten unter HTTP-URIs und ggf. SPARQL. Open Data bezeichnet die Weitergabe von Daten zur freien Nutzung. Explizit kann die freie Nutzung durch die Lizenz CC0 ausgedrückt werden, unter Umständen auch CC-BY oder CC-BY-SA. Linked Open Data (LOD) bezeichnet die Bereitstellung von frei nutzbaren Daten (Open Data) als Linked Data.
Grundlagen
HTTP-URI ist eine URI in Form einer URL, die als dauerhafter Identifikator („cool URI“) für eine Ressource angelegt ist. Die Anforderung nach Dauerhaftigkeit und Eindeutigkeit geht teilweise über normale Permalinks hinaus. Uniform Resource Identifier (URI) dienen zur eindeutigen Referenzierung von Ressourcen. Gleiche URIs müssen immer auf die gleiche Ressource verweisen (Persistenz) und es sollten möglichst keine neuen URIs für Ressourcen mit vorhandenen URIs geschaffen werden. Ressource kann jedes beliebige Objekte oder Konzept sein das mittels RDF-Daten beschrieben werden soll. Ressourcen sollten möglichst eine oder wenige verschiedene URIs haben. Ist keine URI bekannt, muss mit einem Blank Node darauf verwiesen werden. Verweisen mehrere URIs auf die gleiche Ressource, sollten die URIs mit dem Prädikat owl:sameAs untereinander verknüpft werden. Namensraum (auch Prefix) zur Abkürzung einer URI. Beispielsweise steht foaf:Person für die URI http://xmlns.com/foaf/0.1/Person wenn foaf als Prefix für den Namensraum http://xmlns.com/foaf/0.1/ festgelegt wurde. Unter prefix.cc können bekannte Namensraum-Prefixe von Ontologien nachgeschlagen werden.
RDF-Modell
RDF-Daten (auch RDF-Graphen) sind Daten, die dem Resource Description Framework entsprechen. Das heisst, dass die Daten aus einer Menge von Tripeln bestehen, die in einer beliebigen RDF-Serialisierung ausgedrückt sind. Die Tripel werden als gerichtete Kanten eines Graphen aufgefasst. Verschiedene RDF-Graphen lassen sich dank der Open World Assumption in jedem Fall zusammenführen. Tripel (auch Aussage) Grundeinheit von RDF-Daten bestehend aus einem Subjekt, einem Prädikat und einem Objekt. Subjekt eines Tripels kann ein URI oder ein Blank Node sein. Prädikat (auch property) eines Tripels ist eine URI, die die Art der Verknüpfung zwischen Subjekt und Prädikat angibt. Häufig verwendete Prädikate sind in Ontologien zusammengefasst. Objekt eines Tripels kann ein URI, ein Blank Node oder ein Literal sein. Literale sind Unicode-Zeichenketten, die optional mit einem eine Datentyp oder einem Sprachcode markiert sind. Datentypen sind URIs, die angeben, dass ein Literal aus einer definierten Menge von Werten stammt, z.B. xsd:integer für den Wertebereich (… -2, -1, 0, 1 …). In den meisten Fällen sollten sich Datentypen auf die Standard-Datentypen aus XML-Schema beschränken. Sprachcode Kürzel zur Identifikation einer Sprache oder eines Dialekts. Sprachcodes müssen dem Standard RFC 3066 bzw. BCP 47 entsprechen (de, en, en-US, fr …). Blank Nodes stehen in RDF-Daten für Ressourcen für die keine bekannte URI vorliegt. Wenn möglicht sollten Blank Nodes vermieden werden, da sie die Nutzbarkeit von RDF-Daten einschränken.
Technik
RDF-Serialisierung konkretes Datenformat, in dem die Tripel eines RDF-Graphen ausgedrückt werden können. Übliche Serialisierungen sind RDF/XML, N-Triples, RDF/JSON und Turtle, wobei Turtle die am Besten lesbare Darstellung bietet. Grundsätzlich sind die Formate beliebig gegeneinander austauschbar. SPARQL Abfragesprache für RDF-Daten. Mit SPARQL lassen sich beispielsweise in einem Tripel-Store Teilgraphen finden, die eine vorgegebene Struktur aufweisen. Tripel-Store zur Speicherung und Verwaltung von RDF-Daten optimierte Datenbank.
Semantik
Ontologie (auch Vokabular) dokumentierte Sammlung von URIs und Regeln zur Verwendung in RDF-Daten. Die meisten Ontologien konzentrieren sich auf eine spezielle Art von Ressourcen, z.B. auf Personen (FOAF) oder Normdaten (SKOS, MADS) für die sie URIs für Prädikate und Klassen und ggf. Datentypen definieren. Druch die Verwendung gemeinsamer Ontologien und durch Mappings zwischen Ontologien lassen sich RDF-Daten aus verschiedenen Quellen besser zusammenführen. Eine Übersicht häufig verwendeter Ontologien gibt es hier.
Klasse Ressource bzw. URI einer Ressource zum Zusammenfassen von Ressource einer Art oder eines Typs. Beispielsweise steht die Klasse foaf:Person für die Klasse aller Personen nach Definition der FOAF-Ontologie. Zur Angabe der Klasse einer Ressource dient das Prädikat rdf:type (in Turtle mit a abgekürzt). So drückt beispielsweise das Tripel http://example.org a foaf:Person aus, dass die mit http://example.org identifizierte Ressource eine (FOAF-)Person ist. Regeln formallogische Angaben zur Schlussfolgerung (Inferenz) und Konsistenzprüfung (Validierung) von RDF-Daten. Die meisten Ontologien beinhalten zumindest implizit solche Regeln, z.B. um aus der Verwendung eines Prädikat auf die Zugehörigkeit einer Ressource zu einer Klasse zu schließen. Zusammengehörige Regeln werden auch als Entailment-Regime bezeichnet. Da die Auswertung von RDF-Regeln sehr aufwändig sein kann, ist nicht allgemein festgelegt, wann welches Entailment-Regime angewandt wird. Open World Assumption (OWA) Grundannahme bei der Interpretation von RDF-Daten. Sie besagt, dass das Nicht-Vorhandensein eines Tripels nicht bedeutet, dass dessen Aussage unmöglich oder unwahr ist. Steht beispielsweise in RDF-Daten das Tripel http://example.org a foaf:Person</tt> ist damit nicht ausgeschlossen, dass http://example.org gleichzeitg etwas ganz anderes als eine Person ist. Grundsätzlich können Ressourcen beliebig miteinander über Tripel verknüpft werden, selbst wenn dies zu (vermeindlichen) Widersprüchen führt. Eine Beschränkung der OWA ist teilweise durch Regeln möglich.
Siehe auch
- Linked Data FAQ Structured Dynamics LLC, 2008-11
Diese Seite wurde zuletzt am 28. März 2011 um 15:33 Uhr geändert.